RICKENBACH Hotzenpfad

Der gut ausgeschilderte Hotzenpfad bei Rickenbach in der Ferienregion Hotzenwald / Hochrhein im Südschwarzwald - stimmiger kann das Zusammenspiel von kulturhistorischen Stätten und wildromantischer Natur nicht sein. Wuhre, Wald, Wiese und Weitblicke. Wer sagt eigentlich, dass man sich bei einer Tour für eine Sache entscheiden muss.

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Am Wanderparkplatz Solfelsenweg, an der L155 zwischen Wehr und Bergalingen (Gemeinde Rickenbach), orientieren wir uns nach Süden und gehen zunächst auf der Asphaltstraße, dann geradeaus an der großen Sendeanlage vorbei auf einem Schotter- zwischendurch Wiesenweg, ehe wir an seinem Ende auf den Hochrhein-Höhenweg stoßen. Nun folgen wir der weiß-blauen Raute auf gelbem Grund nach rechts, wo der bald schmaler werdende Weg in den Wald eintaucht. Beinahe märchenhaft wirkt die Umgebung: Von Moos überzogene Felsen, der geschwungene Bergpfad, die Stille des Waldes – bereits hier wird der Genießerpfad seinem Namen gerecht. Kurz darauf taucht vor uns der mächtige Solfelsen auf. Er ist der größte von einer Fülle an wollsackverwitterten Granitblöcken. Tische und Bänke laden zu einer ersten kleinen Verschnaufpause ein.

Solfelsen

Der Solfelsen, auch Pelzkappenstein genannt, ist ein seit 1950 registriertes Naturdenkmal. Er liegt auf einer Höhe von 775 Metern zwischen Rickenbach (Ortsteil Bergalingen / Jungholz), Wehr und Bad Säckingen. Der freiliegende Granitblock misst 5,4 Meter in der Höhe und wiegt rund 230 Tonnen. Er ist kein eiszeitlicher Findling, sondern entstand direkt vor Ort durch langanhaltende Verwitterung (Wollsackverwitterung). Von der Felsformation aus reicht der Blick über Wehr, ins Hochrheintal, zum Dinkelberg sowie den Schweizer und französischen Jura bis zu den Alpen. 1895 sollte hier ein Steinbruch entstehen. Daraufhin kaufte die Ortsgruppe Bad Säckingen des Schwarzwaldvereins das Areal und bewahrte so den Felsen vor der Zerstörung.

Anschließend senkt sich der Weg zum aussichtsreich über dem Hochrhein gelegenen Spatzenhof und zum Abzweig Gückelfels, wo wir uns vom Hochrhein-Höhenweg verabschieden und rechter Hand mit der blauen Raute zur Verzweigung Kreiselbach ansteigen. Nun nach links und die Landstraße überqueren, dann nimmt uns der Pirschweg auf, der großteils als schmaler und attraktiver Steig durch die steile Bergflanke zur Wallmauer führt. Eine Infotafel erläutert die Geschichte der ehemaligen Befestigungsanlage. Von vereinzelten Aussichtspunkten unterbrochen wandern wir zumeist sanft im Wald ansteigend weiter zum Klingenfelsen, der sich wenige Meter links unterhalb des Pirschwegs befindet. Die Bank gewährt einen Tiefblick auf die Stadt Wehr und die sanften Kuppen des Dinkelbergs. Weiterhin folgt der Pirschweg dem schmalen Pfad, ehe er an seinem nördlichen Ende scharf rechts abbiegt.

Hotzenwälder Wuhre

Zum Bild des Hotzenwaldes gehören die Wuhren oder Wühren. Sie führen kilometerweit an den Hängen entlang. Die Wuhren sind künstlich angelegte Wasserläufe. Bei ihrer Entstehung wurden sie als Wasserkraft für die Triebwerke im Tal, in späteren Zeiten aber auch zum Wiesenwässern benutzt. Die im 11. und 12. Jahrhundert angelegten Wasserwege stellten hohe Ansprüche an ihre Erbauer. So durfte die Strömung nicht zu hoch sein, damit die Befestigungen nicht zerstört wurden. Andererseits durfte das Gefälle wiederum nicht zu gering sein, um Ablagerungen zu vermeiden. Um die Wasserrechte gab es immer wieder Streitigkeiten, die von der Obrigkeit, also dem Waldvogt oder später durch das Großherzogliche Bezirksamt in sog. Schiedsbriefen beigelegt werden mussten. Der älteste bekannte Schiedsbrief stammt von 1457 bzw. dessen Abschrift von 1591.

Wir verlassen die blaue Raute und wandern noch kurz durch den Wald, bis wir die freien Flächen des Heubergs erreichen. Wenig später lädt die Fliegerklause zur gemütlichen Einkehr. Während der Rast können wir die traumhafte Alpensicht genießen. Nach der Pause geht es östlich zur K6538 und leicht links versetzt geradeaus weiter auf der kleinen Asphaltstraße an zwei Wohnhäusern vorbei, dann auf dem Wiesenweg nahezu eben zum Waldrand hinüber und an diesem entlang, bis wir rasch auf die gelbe Raute treffen, die uns links hinab zu einem Schotterweg an einem Wegkreuz leitet. Nun nach rechts zum Abzweig Glashütten und nach abermaligem Queren der Kreisstraße in einigen Stufen zum Heidenwuhr hinab. Mittels einer Stellfalle wird das Wasser hier dem Seelbach entnommen und in die Wuhre geleitet. Wir folgen dem künstlichen Hangkanal für 800 Meter und steigen dann nach rechts an, halten uns wenig später bei einem Trafohäuschen erneut rechts und gelangen mit einigen Richtungswechseln im Mix aus Wald und offener Feldflur zum Panorama Platz bei Bergalingen.

Jetzt geht es kurz auf der Kreisstraße nach links, dann rechter Hand der Beschilderung zum Sportplatz folgen und durch ein kleines Waldstück nach links zum Wasserbehälter. Nach einer weiteren Aussichtspassage geht es westlich von Bergalingen, abermals mit einigen Richtungswechseln, durch eine Talsenke und im Gegenanstieg zum Dekalog Platz hinauf. Das liebevoll gepflegte Areal mit herrlicher Fernsicht bietet sich für eine letzte Pause auf unserem Streifzug durch den Hotzenwald an. Durch Wiesen führt der Weg nach Süden zur L155 zurück und rechts parallel zur Fahrbahn zum Ausgangspunkt am Parkplatz Solfelsenweg.

Alternativ kann die Tour auch ab dem Wanderparkplatz beim Segelflugplatz in Hütten begonnen werden.

Wanderinfos

Dauer: 4 Stunden
Entfernung: 13 km
Kondition: mittel
Auf- und Abstieg: 273 m
Höchster Punkt: 1100 hm
Tiefster Punkt: 600 hm
Empfehlung: gutes Schuhwerk, witterungsbedingte Bekleidung, Getränke und Vesper

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